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SYRIEN - Märchen aus 1001 Nacht
Von Christoph Fischer (08.07.2010 13:12:06)

Kreuzritter, römische Hinterlassenschaften,  Suks,  Oasen,  Derwische und die berühmte arabische Gastfreundschaft - einfach unvergessliche Erlebnisse!


Nach einem ca. 3,5 h Flug ab Wien mit Royal Jordanien Airlines (guter Service, recht neues Fluggerät) kamen wir in Amman an und wurden hier über eine kurzfristige Flugzusammenlegung informiert. Als Flugziel war Aleppo vorgesehen, in dieser Nacht ging es aufgrund einer Flugzusammenlegung allerdings nur bis Damaskus. Da wir in Aleppo von unserer Partneragentur erwartet wurden, waren ein paar Telefonate notwendig, um den Reiseverlauf spontan zu ändern.

Gegen Mitternacht kamen wir dann in Damaskus an und wurden hier das erste Mal positiv überrascht: Persönlich empfangen und freundlich betreut durch die syrische Einreisebehörde waren die Formalitäten in kürzester Zeit erledigt. Gut, wenn man mit einer Agentur zusammenarbeitet, die über entsprechenden Einfluss und die notwendige Flexibilität verfügt. Am Ausgang wartete bereits unser kurzfristig einbestellter Fahrer, um uns in ca. 4 Stunden Fahrzeit nach Aleppo zu bringen. Auch er war freundlich und entgegenkommend, obwohl man ihn mitten in der Nacht aus dem Bett geholt hatte.

Bereits während der Fahrt durch die Außenbezirke von Damaskus wurde uns klar, dass uns in Syrien ein arabisches Land erwarten würde, welches keiner von uns in dieser Art je erleben durfte. Unzählige Familien hielten auf den Grünflächen neben den Aus- und Einfahrten der Stadtautobahn ihr nächtliches Picknick ab. Gegen 02:00 Uhr hielten wir an einer Autobahnraststätte und wurden im Rahmen unserer Viergruppe an einen Tisch gebeten, um dann von drei freundlichen Kellnern neugierig bedient zu werden. Mit viel Spaß, Lachen, Hand und Fuß hatten wir dann das Essen bestellt: Hühnchen, Lamm, Hirse, Reis, Fladenbrot und Salat. Nach dem wohlschmeckenden aber nicht gerade leichten Snack zu später Stunde fielen uns im Bus bald die Augen zu…..begleitet vom Sonnenaufgang war auch die Ankunft in dem für uns gebuchten 4* Hotel ALEPPO PALACE bestens vorbereitet.

Nach wenigen Stunden Schlaf im bequemen Bett und einem kräftigen Hotelfrühstück westeuropäischer Manier erwartete uns die allwissende Reiseleiterin Renate (Jordanierin mit deutschen Wurzeln), welche uns die nächsten 4 Tage ausführlich über Geschichte, Sitten und Gebräuche dieses interessanten Landes informieren sollte.
 

Aleppo - Wo die Kreuzritter scheiterten

Nie ist es den Kreuzrittern gelungen, die Zitadelle von Aleppo einzunehmen, die sich majestätisch über der Altstadt erhebt. Im Inneren der gut erhaltenen Festung war gut zu erkennen, dass hier nur Perser und Osmanen im Besitz der Burg waren. Der Weg führte uns durch die Badeanstalten der ehemaligen Herrscher und den eindrucksvoll ausgeschmückten Thronsaal des Sultans Qait Bey.

Nichts ist reizvoller als in dieser arabischen Stadt in das endlose Gassengewirr des Suks einzutauchen. Bis spät in die Nacht werden hier Waren wie Olivenseife, Gewürze, Seide, Gold und Silber zum Kaufen und Feilschen angeboten. Ganz in der Nähe besuchten wir auch die große Omayadenmoschee und eine ehemalige Karawanserei.
In der Nacht gegen 22 Uhr waren wir dann mit Syrern Abendessen. Unheimlich schöne Restaurants fanden wir in den Höfen jahrhunderter alter Gebäude untergebracht. Mit vielen Mosaiken und Holzschnitzereien ausgestattet, schmeckte das reichhaltige Speisenangebot der syrischen Küche ausgezeichnet. Übrigens: Auch der syrische oder libanesische Rotwein ist nicht zu verachten, das angebotene Bier stammt ebenfalls aus dem Libanon. Einige dieser Restaurants sind auch gleichzeitig Hotels mit ca. einem Dutzend Zimmer im orientalischen Stil, zentral und trotzdem ruhig gelegen, wohnt es sich hier sehr gemütlich. Wir bekamen die Gelegenheit, uns Stadthotels wie das Hotel Riga, Coral Julia Dumna, Tourath und Hotel Ramsis anzusehen. Alles Häuser im 3 - 4-Sterne Bereich, sehr sauber, gepflegt und mit viel Liebe eingerichtet.

Es wurde Zeit, die schöne Stadt in Richtung Apamea zu verlassen. Auf dem Weg dorthin erstaunte uns immer wieder die Sauberkeit des Landes und dessen vielfältige, stellenweise auch sehr fruchtbare Landschaft.

Apamea - Säulen bis zum Horizont

Apamea beeindruckt vor allem durch seine kilometerlange Säulenstraße, eine Hinterlassenschaft der Römer. Die gut erhaltenen Ruinen liegen oberhalb des Flusses Orontes, mit einer der fruchtbarsten Gegenden Syriens. Das Brunnenhaus, der Versammlungsplatz und das Theater waren auch noch gut zu erkennen.

Krak de Chevaliers - Herrscherin über Berg und Tal

Auf dem Weg nach Krak de Chevaliers hielten wir noch kurz in Hama an, um uns von der Wasserkrafttechnik der Römer überzeugen zu lassen. Riesige Wasserräder schöpften damals das kostbare Nass vom Orontes direkt in die Viadukte, alles war noch sehr gut erhalten, bzw. restauriert. Die Straße schlängelte sich von Hama aus hinauf in die Berge, ein überwiegend von Christen bewohntes Gebiet. Endlich gab das Ende einer Kurve den Blick auf Krak de Chevalier frei, die besterhaltene Burg ihrer Zeit. Hoch über der Ebene von Homs thront die majestätische Kreuzritterburg und belohnte uns mit einem grandiosen Ausblick über viele Kilometer hinweg. Elfmal wurde die Burg vergebens angegriffen, bis sie mit Hilfe eines Tricks erobert wurde. Unendlich viele Gänge, Säle, Ställe, Korridore und versteckte Gemächer haben wir dort entdeckt. In Homs stand noch die Besichtigung des Hotels Safir auf dem Programm, hier nächtigen teilweise auch unsere Gäste der Syrienrundreise, mit Blick auf die Burg, versteht sich.

Palmyra - Ruinenstätte in der Oase

Ab ging es durch die Wüste in Richtung Palmyra. Ein Stopp beim „Cafe Bagdad“ gehörte unbedingt dazu. Mitten im Niemandsland der syrischen Wüste liegt dieses Straßencafe, ähnelt ein Bisschen einem mexikanischen Saloon aus der Cowboyzeit. Weiter auf der Wüstenstrasse erkannten wir bald die Ausläufer der Oase um Palmyra, der Perle Syriens. Kulturell bietet die Stadt an der ehemaligen Seidenstraße sehr gut erhaltene Tempel und Gebäude der Römer, Christen und Perser.

Sehr schön war das Abendessen über den Dächern der Tempel- und Palmenstadt, die rundum nachts von gemütlichem Scheinwerferlicht beleuchtet sind. Nach dem Essen ließ es sich dem gemütlichen Treiben auf den Straßen der Stadt bei einem Schlummertrunk gut leben. Nicht zu vergessen die Turmgräber in Palmyra, große steinerne Grabdenkmale, ein Zeichen für den Reichtum der Stadt in der Antike. Auch die anschließende Visite in den Hotels Samiramis und Zenobia hat uns in Sachen Qualität und Sauberkeit überzeugen können.

Damaskus - Einer der ältesten Städte der Welt

Ein schönes Beispiel für das friedliche Zusammenleben verschiedener Religionen. Damaskus ist eine faszinierende Metropole, vor allem nachts, wenn der orientalischen Altstadt Leben eingehaucht wird. Ein Nachtspaziergang durch die engen und verwinkelten Gassen führte uns vorbei an Shisha-Cafes, in denen noch Geschichtenerzähler die Gäste mit Märchen unterhalten. Wir hatten die Gelegenheit, den Derwisch beim ekstatischen Trancetanz zuzusehen, gefolgt von einer syrischen Kapelle, die uns mit ihren Gesängen und Klängen den Orient spüren ließen. Aber auch moderne Lokale findet man in der Altstadt, hier hält sich vor allem die ein wenig westlich beeinflusste Jugend auf.

Zu den weiteren kulturellen Höhepunkten in Damaskus zählt die Kellerkirche Ananius, der Suk al-Hamidiye und der ehemalige Palast des Sultans. Interessant war auch der Besuch der Omayadenmoschee: Riesige Mosaike zieren das Innere. Ein feingearbeiteter Marmorschrein, in welchem angeblich das Haupt Johannes des Täufers aufbewahrt wird. An der Nordseite liegt das bescheidenere Grab von Saladin.  Um unsere Kenntnisse in Bezug auf Hotels zu erweitern besuchten wir in Damaskus das Sheraton, Samiramis, Al-Pasha, Damaskus International und Europe.

Persönliches Fazit:
Nach einigen Reisen in arabische Länder steht Syrien für mich in Sachen Gastfreundschaft und Kulturangebot gemeinsam mit Jordanien auf Platz Nr. 1.

Ein Dankeschön an unseren Agenturchef Kayes und sein kompetentes Team!
 


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