Reisecheckliste China

Das "Reich der Mitte" ist mit mehr als 1,3 Mrd. Einwohnern das bevölkerungsreichste und flächenmäßig das viertgrößte Land der Erde. China bietet eine unglaubliche Vielfalt an boomenden Weltstädten, beeindruckenden, zum Teil Jahrtausende alten Kulturdenkmälern, landschaftlicher Schönheit, kulinarischen Köstlichkeiten und einmaligen Traditionen ...



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Was sie in China unbedingt beachten sollten:

Höflichkeit

Begegnen sich Chinesen in der Öffentlichkeit, so tun sie das relativ gleichgültig und oft sogar etwas ruppig. Ganz anders sieht die Sache aus, wenn es um Menschen geht, mit denen man etwas zu tun hat. Hier kommt ein recht kompliziertes System der Höflichkeit zum Tragen. Im konfuzianischen Gesellschaftsbild gilt eine klare Hierarchie, hier stehen gemäß Vorgesetzte über Untergebenen, Kunden über Verkäufern, Ältere über Jüngeren und Männer über Frauen. "Ladies first" wird in China nicht praktiziert, eher im Gegenteil. Entsprechend dieser Einordnung ergibt sich, wer wem den größeren Respekt schuldet. Höflichkeit bedeutet unter Chinesen zu aller erst, nicht direkt zu sagen, was man will und was man nicht will, um zu verhindern, dass der andere oder man selbst durch eine Ablehnung das Gesicht verliert. Zurückweisungen werden sehr indirekt ausgesprochen: "Ja, ich begleite Sie gerne zu dem Treffen, möglicherweise aber bekomme ich zu dieser Zeit Verwandtschaftsbesuch", bedeuted also wahrscheinlich: "Ich werde nicht mitkommen."

Auch Bitten bringt man in China zunächst nur andeutungsweise vor. "Ich werde im Reisebüro schon zurechtkommen, aber mein Englisch ist nicht so gut", heißt dann im Klartext: "Kannst Du mich bitte zum Reisebüro begleiten und mir dabei helfen, die richtige Reise zu buchen?" Daher ist es so wichtig, auf diese feinen Andeutungen zu achten, um Missverständnissen und Enttäuschungen vorzubeugen. Der Respekt für einen Ausländer wird an Größe gewinnen, wenn dieser sich bemüht, den gebotenen Höflichkeitsregeln zu entsprechen.

Entschuldigen

Wenn sich Chinesen entschuldigen, mögen uns die Anlässe dafür ein wenig fremd vorkommen. Chinesen entschuldigen sich zum Beispiel für das Missgeschick eines anderen. Üblich ist auch eine Entschuldigung des Gastgebers vor dem Essen ob der Bescheidenheit des Menüs. Selbstverständlich wird daraufhin ein entschiedener Widerspruch und großes Lob für das dargebotene Essen erwartet. Ob eine Einladung wirklich ernst gemeint ist, erkennen sie daran, dass sie mehrmals hintereinander ausgesprochen wird, auch wenn sie diese bereits höflich abgelehnt haben. Bescheidenheit bedeutet in China unter anderem, seine eigenen Fähigkeiten herunterzuspielen. Bedenken Sie einen Chinesen mit Lob, werden sie ihm eine große Freude bereiten, auch wenn er den Grund für das Lob relativiert.

Begrüßung

Sich mit einem Händedruck zu begrüßen ist in China nicht üblich. Vor allem Geschäftsleute, die den Umgang mit Menschen aus dem Westen gewohnt sind, haben diese Form der Begrüßung übernommen, jedoch gilt nur ein sehr schlaffer Händedruck als angemessen.

Gespräche

Seinem Gegenüber beim Gespräch ständig direkt in die Augen zu schauen gilt als unhöflich und aufdringlich. Beim Zuprosten allerdings gehört der tiefe Blick in die Augen dazu.

Beziehungen untereinander

Ein enges Beziehungsgeflecht ist für Chinesen überlebenswichtig. Sei es im geschäftlichen Umfeld, beim beruflichen Fortkommen, in der Ausbildung oder im Privatleben: Jeder fühlt sich gegenüber dem Freund eines Freundes eines Freundes zur Hilfe verpflichtet. Hat man als Ausländer einen Anknüpfungspunkt in so einem Geflecht, wird man in seinen Angelegenheiten sicherlich leichter zum Erfolg kommen. Eines der wichtigsten Mittel, um seine Beziehungen zu pflegen, stellen Einladungen und Geschenke dar. Die Geschenk-Kultur ist in China sehr ausgeprägt. Blumen sollten sie aber nicht schenken, da diese ausschließlich als Grabschmuck Verwendung finden. Besser ist es das schon, etwas Ess- oder Trinkbares mitzubringen, besser noch chinesischen Konventionen verpackt. Sie sollten allerdings darauf achten, niemals vier Stück einer Sache zu verschenken, da die Zahl vier genauso ausgesprochen wird, wie das Wort für Tod. Verschenken sie auch keine Uhren: das Wort für Uhr klingt genauso wie der Ausdruck für Ende, – Sie möchten sicherlich nicht zum Ausdruck bringen, das der Beschenkte möglichst rasch seinem Tod entgegen eilen sollte. Sowohl Geschenke als auch Einladungen beinhalten die Verpflichtung, sich zu revanchieren. Erhaltene Geschenke sofort auszupacken ist nicht üblich.

Verhandlungen

Chinesen haben einen klaren Standpunkt, den sie zwar zunächst nicht offen vertreten, von dem sie aber auch nicht einfach Abstand nehmen. Um einen Gesichtsverlust einer der beteiligten Parteien zu verhindern, wird so lange verhandelt, bis ein Kompromiss erreicht wurde, mit dem alle Beteiligten gut leben können, und sei dies nur der kleinste gemeinsame Nenner. Streit wird dabei allerdings nie aufkommen. Das Zeigen von Zorn und überhaupt das Verlieren seiner Beherrschung wird als äußerst unzivilisiert angesehen.

Möchte man auf einem Markt etwas erstehen, so sollte man unbedingt zuerst verhandeln. Man lässt zuerst den Händler einen Preis nennen, der völlig überhöht ist. Man nennt also einen wesentlich niedrigeren Preis und kommt sich dann langsam näher. Wird gegen Ende der Verhandlungen etwa ein Drittel des zuerst genannten Preises bezahlt, können in der Regel beide Seiten zufrieden sein.

Essen

Das Essen spielt eine zentrale Rolle im Alltag und ist eines der bevorzugten Gesprächsthemen in China. Auf chinesischen Märkten findet man alle Arten von "Delikatessen", die ganz frisch, also lebend, verkauft werden. Der Umgang mit Tieren ist jedoch sicherlich nichts für schwache Nerven. Werden sie in die Wohnung einer chinesischen Familie eingeladen, gebietet es die Höflichkeit, vor der Tür seine Schuhe auszuziehen und in die angebotenen Hausschuhe zu schlüpfen. Das Essen besteht oft aus vielen verschiedenen Gängen, die alle auf einmal serviert werden. Eine Ausnahme stellt die Suppe dar, welche immer zum Schluss auf den Tisch kommt. Es ist üblich, von jedem Gericht zu probieren. Entspricht ein Gang nicht dem persönlichen Geschmack, ist es geboten, trotzdem ein wenig davon zu essen. Hier mit Lob zu sparen und dieses vermehrt den anderen Gerichten angedeihen zu lassen ist sicherlich ein guter Weg, nicht unangenehm aufzufallen.

Hat man seinen Appetit gestillt, dann lässt man den Rest eines Gerichts in seinem Schüsselchen zurück, andernfalls wird einem ständig nachgereicht. Zum Essen trinkt man gerne Bier, danach Schnäpse oder Tee. Alleine zu trinken gilt als leicht asozial, besser ist es, den anderen zuzuprosten und dann einen tiefen Schluck zu nehmen. Während des Essens vermeidet man unangenehme Gesprächsthemen. In die Unterhaltung wird jeder einbezogen, niemand sollte sie dominieren. Trotz dem die Chinesen einen ausgeprägten Humor besitzen, ist dieser für Ausländer nicht leicht nachvollziehbar. Ironie oder gar Sarkasmus sollte man besser bleiben lassen.

Für komplizierte oder geschäftliche Gespräche ist nach dem Essen noch Zeit.

Im Restaurant

Sich beim Essen zu entspannen gilt auch für chinesische, steife Tischsitten, wie wir sie bei uns in gehobenen Lokalen finden, wären da nur hinderlich. Das Schlürfen und Schmatzen, sogar das Aufstoßen, ist vor allem für Männer akzeptabel. Sich bei Tisch die Nase zu putzen gilt jedoch als unfein. Essstäbchen sollten Sie nicht senkrecht in den gekochten Reis stecken (eine Anspielung auf Speiseopfer für die Geister der Verstorbenen) und nicht über Kreuz auf die Schale legen (ein Symbol für Streit). Es ist nicht üblich, nach dem Essen lange Zeit im Restaurant sitzen zu bleiben. Eine große Ehre ist es, die Rechnung für den ganzen Tisch zu übernehmen. Wem diese zufällt, entscheidet sich unter Umständen erst nach längeren "Verhandlungen". Trinkgeld ist in China nicht üblich.