Reisecheckliste Indien


Mit seinen mehr als 1 Milliarde Einwohnern, gilt der Subkontinent Indien bei Touristen noch eher als Geheimtipp. Trotz seiner aufstrebenden Wirtschaft blickt das Land auf eine sehr alte und reiche Geschichte zurück, so ist Indien vor allem ein Land mit einer eigenwilligen aber spannenden Kultur, die es auf respektvolle Art und Weise zu entdecken gilt.



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Was sie in Indien unbedingt beachten sollten:

Einreise

Führen Sie Geldbeträge in Fremdwährungen mit sich, die 5.000 US-Dollar übersteigen, so müssen Sie diese bei der Einreise angeben (das gilt auch für Reiseschecks!). Sollten Sie wertvolle Gegenstände, wie zum Beispiel Laptops, mit sich führen, sollten müssen Sie sie beim örtlichen Zoll in das "Tourist Baggage Re-Export-Form" eintragen, andernfalls könnten Sie Probleme bei der Ausreise bekommen.

Begrüßung und Umgangsformen

Zur traditionellen, förmlichen Begrüßung legt man in Indien die Handflächen mit den Fingern nach oben vor der Brust aneinander und neigt leicht seinen Kopf. Im Umgang mit westlichen Ausländern ist allerdings das Reichen der Hände durchaus üblich. Die indische Bevölkerung ist sehr kommunikativ und freundlich, vom häufigen Gebrauch von Höflichkeitsfloskeln sollten Sie allerdings absehen. Statt einem Danke (dhanyavaad) erntet man stattdessen viel eher ein breites Lächeln.

Für Besucher aus dem Westen kann es verwirrend sein, wenn ein Inder während eines Gesprächs häufig den Kopf zu schütteln scheint. Dieses leichte Kopfschütteln ist aber in Wirklichkeit Ausdruck von Zustimmung und signalisiert Zuhören und Anteilnahme. Das bei uns übliche Kopfschütteln als Zeichen der Verneinung gibt es auch in Indien, allerdings fällt dies kürzer und abrupter aus. Beobachten Sie die Menschen und sie werden den Unterschied bald erkennen. Da Englisch in Indien eine der beiden Amtssprachen ist, kann man sich vor allem mir den gebildeten Einheimischen relativ leicht verständigen. Allerdings wird einem die hier übliche Aussprache gewöhnungsbedürftig vorkommen. Es wurden auch viele Ausdrücke in die Sprache übernommen, welche Sie im englischen oder amerikanischen nicht finden. Sollten Sie in der Lage sein, sich mit einigen Wendungen auf Hindi zu verständigen, haben Sie meist schon einen Stein im Brett.

In den 60er und 70er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts hatten die Hippies Indien für sich entdeckt. Dort konnten sie sich dem Streben nach Erleuchtung aber auch den unterschiedlichsten Ausschweifungen hingeben. Diese Zeit hat das Bild, welches sich die eher sittenstrengen Inder von uns Europäern machen stark beeinflusst. Daher ist es ratsam, sich vor allem in der Öffentlichkeit mit Rauschmitteln sehr zurückzuhalten und sich ordentlich zu kleiden. Sprechen Sie als Mann keine jüngeren Frauen auf der Straße an. Inder können auf Kritik an ihrem Land oder einer kulturellen Eigenart ausgesprochen empfindlich reagieren. Halten Sie sich daher mit jeder Art Kritik gegenüber den indischen Gastgebern zurück. Der Westen wird von vielen Indern aber auch sehr bewundert. Oft behandelt man Besucher aus dem Westen bevorzugt. Wundern Sie sich daher nicht, wenn Sie des Öfteren auf der Straße angesprochen werden. Die Frage nach dem Namen ist dabei für Inder von besonderer Wichtigkeit. Auch wenn ihr Gegenüber Schwierigkeiten hat, Ihren Namen zu verstehen, sollten Sie sich unbedingt in Geduld üben.

In abgelegen Gegenden kann es vorkommen, dass Sie ungeniert angestarrt und neugierig verfolgt werden, Sie sind als westlicher Besucher ein Exot. Spricht man Sie auf der Straße aktiv an und fragt, was Sie möchten, so sollten Sie das nicht als Aggression verstehen sondern als Form der Kontaktaufnahme. Inder sind sehr kommunikativ und meist auch nicht gern alleine, und so ist es durchaus üblich, durch Berührung auf sich aufmerksam zu machen. Gut gemeinte Gesprächsangebote sollten Sie nicht unfreundlich zurückweisen. Besser ist es, eine plausible Erklärung zu haben, sollten Sie an einem Gespräch kein Interesse haben. Westliche Frauen gelten bei indischen Männern oft als leicht zu habendes Lustobjekt. Sollte es zu unsittlichen Berührungen kommen, so drücken Sie unbedingt Ihre deutliche Ablehnung aus, alles andere wird als Zeichen des Einverständnisses gedeutet. Oben ohne oder gar nackt zu baden ist für indische Frauen ein Tabu. Zu viel Haut zu zeigen gilt als anstößig. Daher sollte man als Touristin gerade durch die Kleidung dem gängigen Klischee entgegen treten. Öffentliche Berührungen oder gar Zärtlichkeiten zwischen Mann und Frau gelten als unschicklich und werden nicht gerne gesehen. Da Schuhe zwangsläufig mit allerlei Schmutz und Unrat in Berührung kommen, der in Indien achtlos auf die Straße geworfen wird, gelten diese als absolut unrein. Vor dem Betreten eines Tempels, einer Moschee oder eines Privathauses werden die Schuhe am Eingang zurückgelassen.

Alkohol

Die Akzeptanz von Alkoholkonsum ist in Indien bei weitem nicht so ausgeprägt wie in Europa. Da die meisten Inder keinen Alkohol trinken, sind alkoholische Getränke nicht so leicht zu bekommen. Die wenigen Lokale, die ihn anbieten, benötigen dafür eine eigene Lizenz. Konsumieren Sie daher Alkohol eher dezent.

Gesellschaftliche Hierarchie

Hierarchien gelten in Indien als gottgegeben und werden nicht in Frage gestellt. Die Frau ist dem Mann untergeordnet, der Jüngeren dem Älteren und der Angehörige einer niedrigeren Kaste dem Angehörigen einer höheren. Sind sie bei einer traditionellen indischen Familie eingeladen, sollten Sie sich als Mann mit ihrer Aufmerksamkeit der Dame des Hauses gegenüber zurückhalten. Gleiches gilt in wohlhabenden Haushalten für die Dienerschaft.

Essen

Essen wird in Indien auf großen Tellern mit verschiedensten Speisen aufgetragen. Jeder nimmt sich davon, was ihm zusagt. Gegessen wird mit Daumen, Zeigefinger und Ringfinger der rechten Hand. Benutzen Sie niemals die linke Hand, sie dient der Reinigung auf der Toilette und gilt daher als unrein. Linsen mit Reis in ihren unzähligen Varianten sind in Indien ein Standardgericht. Trotz dem die indische Küche oft sehr fett und zum Teil auch sehr süß ist, darf man dennoch viel Abwechslung und Vielfalt erwarten. Da Chilischoten vor allem in den südlichen Landesteilen eine sehr beliebte Zutat sind, sollte man damit rechnen, dass das Gericht eine uns Europäern nicht gewohnte Schärfe besitzt. Das zum Essen servierte Joghurt dient zur Abmilderung der Schärfe, ist Ihnen ein Gericht zu scharf, nehmen Sie davon reichlich. Angebotenes Essen sollte man aus Gründen der Höflichkeit aber nicht ablehnen. Sehen Sie sich dennoch dazu gezwungen, begründen Sie dies mit einer medizinischen Notwendigkeit oder einer religiösen Pflicht und Sie können Verständnis erwarten. Erwarten Sie in Indien besser keine besonderen Tischsitten. Das Rülpsen, Ausspucken oder das Reinigen der Nase werden hier als vollkommen normal angesehen.

Einladungen und Geschenke

Die für meisten Inder eine Reise in den Westen unerschwinglich ist, werden Menschen, die von dort kommen, intensiv ausgefragt. Auch private Einladungen, zu sich nach Hause sind für Inder selbstverständlich, man freundet sich oft auch schnell mit Ihnen an. Sollte die Einladung keine geschäftlich/kommerziellen Interessen verfolgen, so nehmen Sie sie ruhig an und sie lernen die sehr aufrichtige und herzliche indische Gastfreundschaft kennen. Wenn Sie die Einladung nicht annehmen möchten, so gebietet es die Höflichkeit, einen guten Grund dafür anzugeben. Im Gegensatz zu anderen Kulturen kann ein Gastgeschenk in Indien leicht als Beleidigung aufgefasst werden. Am ehesten sind hier Nahrungsmittel aus Ihrer Heimat geeignet. Bedenken Sie, dass die meisten Inder aus religiösen Gründen kein Rindfleisch essen, oft auch Vegetarier sind und wahrscheinlich keinen Alkohol zu sich nehmen. Erkundigen Sie sich möglichst vor dem Besuch über die Essgewohnheiten Ihres Gastgebers. Geld sollten sie auf gar keinen Fall anbieten! Einzig im Umgang mit der eher schlecht bezahlten indischen Beamtenschaft können kleine Geschenke (Geld ist hier keine so gute Option) Türen öffnen.

Ihr Besuch sollte eine angemessene Zeit nicht überschreiten. Gehen Sie davon aus, dass ihr Gastgeber nach dem Essen nebst einer ausführlicheren Unterhaltung meist damit rechnet, dass Sie sich verabschieden. Erkundigt sich Ihr Gastgeber über einen Gegenbesuch bei Ihnen zu Hause, so sagen Sie ruhig zu. Sollte Ihre neue Bekanntschaft Sie wirklich besuchen kommen, was eher unwahrscheinlich ist, so nutzen Sie die Gelegenheit, sich zu revanchieren.

Umgang mit Zeit und Pünktlichkeit

Die Inder haben eine völlig andere Auffassung von Zeit und Pünktlichkeit. Selbst wenn von Ihnen, vor allem als Deutscher, gerne erwartet wird, dass Sie pünktlich zu einer Verabredung erscheinen, sollten Sie umgekehrt nicht damit rechnen. Dieser entspannte Umgang mit Pünktlichkeit kann in diesem Land zu unterschiedlich langen Verspätungen führen. Sie sollten diesem Verhalten nicht negativ und unbeherrscht gegenüber stehen, sonst gelten Sie schnell als unausgeglichen.

Überbevölkerung

Aufgrund der in Indien überall merklich spürbaren Überbevölkerung ist der ansonsten sehr geduldige und freundliche Inder gezwungen, sich durchzusetzen. Das Drängeln in Schlangen samt Einsatz der Ellbogen gehört aus Angst, zu kurz zu kommen, leider zum Alltag. Sollten Sie sich diesem Verhalten nicht anschließen wollen, so kommen Sie schnell zu kurz und werden übergangen. Diese Haltung findet man auch im Straßenverkehr. Die Verkehrsgewohnheiten in Südeuropa sind im Vergleich mit jenen in Indien noch zivilisiert. Auf den Straßen herrscht oft das ungebändigte Chaos: um ein wenig schneller voranzukommen ist fast jedes Mittel recht. Verlassen Sie sich besser nicht darauf, dass ein Auto rechtzeitig stehen bleibt, bevor Sie eine Straße überqueren.

Unterwegs

Die Bettler auf den Straßen Indiens sind meist Menschen, die keine andere Einkommensquelle haben. Hier können Sie mit einer unauffälligen Spende wirklich Gutes tun. Seien Sie vorsichtig, wenn jemand direkt auf Sie zukommt und lassen Sie sich nicht ihr Geld aus der Tasche ziehen! Vorsicht bei Taxifahrten! Seien Sie wachsam, vereinbaren Sie möglichst einen festen Preis und achten Sie darauf, ob das Taxameter in Betrieb ist. Sollte in einem bestellten Taxi bereits ein Fahrgast anwesend sein, steigen Sie auf gar keinen Fall in den Wagen. Bei größeren Käufen ist es üblich, über den Preis zu verhandeln. Wenn Sie gleich den genannten Preis zahlen, genießen Sie wenig Respekt. Um zu einem guten Abschluss zu kommen, benötigt man viel Zeit und Geduld. Zeigen Sie zuallererst wenig Interesse für die angebotene Ware und nähern Sie sich erst nach und nach der Preisvorstellung des Händlers an. Sie können auch am nächsten Tag wiederkommen, um die Verhandlungen fortzusetzen. Da Ihnen, als reichen Europäer wahrscheinlich ein wesentlich höherer Preis genannt wird, können Sie diesen mit viel Geschick oft auf ein Drittel reduzieren. Da der erste Geschäftsabschluss des Tages im Sinne eines guten Omens für einen indischen Händler große Bedeutung hat, kann es lohnenswert sein ,seine Einkäufe am Morgen zu tätigen.

Fotografieren

Möchten Sie in Indien eine Person fotografieren, fragen Sie vorher unbedingt um Erlaubnis. Nicht alle möchten eine Kamera auf sich gerichtet sehen. Fotografieren Sie keine militärischen Einrichtungen, strategisch wichtige Brücken, Bahnhöfe, Flughäfen und Ähnliches, um eine Konfrontation mit den Gesetzeshütern zu vermeiden. Totenverbrennungen und Szenen extremer Armut sollten Sie nicht als Fotomotiv in Betracht ziehen.

Hygiene

Da in Indien keine uns vergleichbaren hygienischen Verhältnisse gegeben sind, ist es ratsam, in Restaurants zuerst die Toiletten aufzusuchen, die einen deutlichen Hinweis darauf geben, wie es um die Hygiene steht. Trinken Sie kein Leitungs- oder Brunnenwasser. Denken Sie auch an kalt gereichte Getränke, Eiswürfel oder Speiseeis. Auch zum Marinieren von Salat wird oft Leitungswasser verwendet.