Reisecheckliste Iran

Der Iran bietet großartige Ruinen antiker Städte, prächtige Moscheen, Mausoleen und Museen. Abgesehen von den kulturellen Highlights verzaubert der Iran auch mit seinen Landschaften und bietet laufend Kontraste durch Berge, Wüsten, Küsten und Oasen. Den interessierten Besuchern öffnen sich ungeahnte Schönheiten. Wer als nächstes Reiseziel eine Destination abseits gängiger touristischer Pfade sucht, dem möchten wir den Iran wirklich ans Herz legen.



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Was sie in Iran unbedingt beachten sollten:

Bekleidung

Als Ausländer sollten sie das Zeigen von zu viel Haut vermeiden. In der Islamischen Republik Iran gelten für beide Geschlechter allerlei Bekleidungsvorschriften. Trotzdem die Sittenwächter bei Touristen eher nachsichtig sind, sollte man angemessene Kleidung bevorzugen. Bei Frauen sollten Haut und Haar bedeckt sein. Ein mindestens knielanger leichter Mantel (Mantur) sowie eine Kopfbedeckung sind ein gebotenes Minimum. Tragen sie offene Schuhe, so sollten sie darauf achten, dass ihre Socken blickdicht sind. Die gelebten Bekleidungsvorschriften unterscheiden sich aber durchaus von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf. Sie werden fast überall Geschäfte mit einer großen Auswahl an Tüchern und Schals und unterschiedlichsten Formen und Farben von Mänteln finden. Als Mann sollten sie kurze Hosen vermeiden und statt eines T-Shirts ist ein Kurzarmhemd die bessere Wahl.

Geben und Schenken

In Iran gibt es die Gepflogenheit des Anbietens und höflichen Ablehnens oder Annehmens von Gesten und Dingen, T’ aarof genannt. Die Frage nach dem Preis wird von Verkäufern oder Taxifahrern oft mit "Gh’aabel nadaareh" (es hat keinen Wert) und einer scheinbar schenkenden Geste beantwortet. Die Höflichkeit gebietet in solchen Fällen erst dann das Angebot oder die freundliche Geste anzunehmen, wenn jemand bei der dritten Nachfrage noch immer schenken mag. "T’ aarof" ist ein Spiel. In solchen Situationen sind Gefühl und die richtigen Worte gefragt. Bevor Iraner z. B. in einem Autobus auf Reisen ihre mitgebrachten Getränke und Speisen zu sich nehmen, bieten sie ihre Köstlichkeiten zuerst dem Nachbarn mit einem höflichen "Befarmoin" an. Hier ist ebenfalls ihr Gespür für die Situation gefragt. Sie können dankend ablehnen, dankend annehmen oder selbst ihre Verpflegung anbieten.

Trinkgeld

Ist man mit dem Service seitens des Personals von Hotels, Restaurants oder Sehenswürdigkeiten zufrieden, ist es geboten, das mit einem Trinkgeld anzuerkennen. Auch als Teilnehmer von Gruppenreisen gibt man Reiseleitern, Busfahrern und Kofferträgern ein Trinkgeld, selbst wenn die gesamten Kosten bereits vom Reiseveranstalter beglichen wurden. Geben sie nicht zu viel Trinkgeld, um nicht herablassend zu wirken.

Begrüßung und Umgangsformen

Verhalten sie sich als Mann fremden Frauen gegenüber unbedingt distanziert und vermeiden sie beispielsweise das Händeschütteln zur Begrüßung. Diese Begrüßungspraxis ist in Iran nicht allzu oft anzutreffen. Nach iranischem Recht sind sexuelle Beziehungen zwischen unverheirateten Menschen verboten. Deshalb sollten sexuelle Annäherungen insbesondere zu Iranierinnen unterbleiben – die männliche Verwandtschaft könnte sehr ungehalten werden. Bei Reisen von unverheirateten Paaren werden in der Regel keine Probleme auftreten, so lange man Diskretion wahrt. Allenfalls könnte man ihnen die Übernachtung in einem gemeinsamen Hotelzimmer verwehren – dies passiert allerdings gewöhnlich nur auf dem Land. Homosexualität ist ebenfalls strafbar und kann sogar mit der Todesstrafe geahndet werden. Für Ausländer gilt hier das gleiche wie bei heterosexuellen Paaren: Sexuelle Beziehungen zur Iranern sollten unterbleiben, gemeinsam reisende Paare sollten diskret sein. Vermeiden sie nach Möglichkeit politische Diskussionen in der Öffentlichkeit, sie könnten ihren iranischen Gesprächspartner in Verlegenheit bringen. Wer bereits Israel besucht hat, sollte dazu lieber nichts erwähnen.

Fotografieren

Wenn sie Menschen fotografieren möchten, fragen sie diese vorher um Erlaubnis. Richten sie ihren Fotoapparat nicht auf militärische Anlagen oder auf öffentliche Gebäude wie Tankstellen, Regierungseinrichtungen oder andere bewachte Liegenschaften. Sehenswürdigkeiten oder andere derartige Reiseimpressionen können fotografiert werden.

Unreinheit

Hunde leben in Iran zumeist auf der Straße und von der Straße und gelten daher als unrein. Hunde werden auch nicht berührt. Wenn es um Haustiere geht findet man oft Goldfische oder Wellensittiche. Auch Körperausscheidungen gelten als unrein, deshalb sollten sie sich in der Öffentlichkeit und vor allem beim Essen nicht die Nase putzen. Ist dies aber unvermeidlich, entscheiden sie sich lieber für den Gang zur Toilette.

Alkohol

Weder in Geschäften, noch in Restaurants und auch nicht in Tee- oder Kaffeehäusern wird Alkohol ausgeschenkt. Alkohol ist zwar im Iran streng verboten, doch wer sich auf die Suche macht, kommt auch in der Islamischen Republik an Bier, Wein und Wodka. Seien sie aber vorsichtig und bewegen sie sich nicht betrunken in der Öffentlichkeit!

Geld/Kreditkarten

Aufgrund der erst vor kurzem aufgehobenen Sanktionen gibt es noch keine verlässlichen Überweisungswege, die ausländische Touristen kurzfristig nutzen könnten. Sie haben daher als Reisender noch keinerlei Möglichkeiten, in Iran Geld abzuheben oder sich auf anderen Wegen zu beschaffen. Mit Kreditkarte können sie nur in sehr seltenen Ausnahmefällen bezahlen. Auch Reiseschecks können nicht umgetauscht werden. Aus diesen Gründen sollten sie als Reisender darauf achten, dass sie für ihren Aufenthalt in Iran genügend Bargeld bei sich führen. Mitgeführte Bargeldbeträge mit einem Gegenwert von über 5.000 USD sind bei Ein- und Ausreise zu melden. Devisen können sie bei der Einreise am Flughafen oder bei verschiedenen Banken und Wechselstuben zum Tageskurs in iranische Rial umtauschen. Die Kurse von Banken und Wechselstuben sind deutlich unterschiedlich. Sofern ein Rücktausch von nicht benötigten Rial überhaupt möglich ist, müssen sie mit erheblichen Kursverlusten rechnen.

Verkehr

Der Iran verfügt über eine gute Infrastruktur. Es existiert ein ausgedehntes Linienflugnetz, mit dem alle größeren Städte des Landes zu erreichen sind. Bahnverbindungen jedoch sind nur wenige vorhanden. Das gut ausgebaute Straßennetz verfügt über viele inneriranische Busverbindungen. In großen Städten ist erhöhte Vorsicht geboten: Das Verhalten vieler Teilnehmer im Straßenverkehr ist ziemlich unberechenbar. Eines großer Teil der Fahrzeuge sind mangelhaft gewartet und stellen so ein hohes Unfallrisiko dar. Ausflüge in die Wüste sollten nur in organisierten Gruppen von mehreren Geländefahrzeugen und in Begleitung eines lokalen Führers durchgeführt werden. Ein Navigationsgerät sowie ein ausreichender Vorrat an Wasser, Nahrungsmitteln, Treibstoff und Ersatzteilen sind überlebenswichtig.

Ramadan

Ramadan ist der islamische Fastenmonat, welcher von Jahr zu Jahr auf einen anderen Zeitraum fällt. In dieser Zeit religiöser Besinnung gilt für Muslime ein Fastengebot, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang wird auf Speisen, Getränke, Rauchen sowie auf sinnliche Genüsse (wie z. B. Parfüm) verzichtet. Auch wenn diese Regeln außer in der Öffentlichkeit nur für Muslime gelten (Ausnahmen bestehen für Schwangere, Kranke, kleine Kinder und Reisende), sollten sie auch als Nichtmuslim dieser Tradition mit Respekt begegnen und darauf achten, keine religiösen Gefühle zu verletzen. Rechnen sie während dieser Zeit besser auch mit Einschränkungen im Alltag (Restaurants außerhalb der Hotels können tagsüber geschlossen bleiben und auch bei Behörden werden sie mit reduzierten Arbeitszeiten konfrontiert). Selbst in religiösen Angelegenheiten sowie in Fragen der Respektierung islamischer Traditionen ist mit einer wesentlich höheren Sensibilität zu rechnen.