Reisecheckliste Mongolei

Im Jahre 1190 gelang es Dschingis Khan, die Mongolen zu vereinigen. Dieses Mongolische Reich erstreckte sich am Höhepunkt seiner Macht über die östliche Hälfte Europas und einen großen Teil Asiens und stellte das größte zusammenhängende Reich der Geschichte dar. Nach dem Zerfall ihres Reiches 1262 lebten die meisten Mongolen wieder nomadisch. Das Land, viereinhalb Mal so groß wie Deutschland, wird lediglich von etwa 3 Millionen Einwohnern bewohnt und ist somit der am dünnsten besiedelte unabhängige Staat der Welt. Die Mongolei hat nur zwei Nachbarn, Russland im Norden und die Volksrepublik China im Süden. Die größte Stadt ist die Hauptstadt Ulaanbaatar, in der mehr als 40 % der Landesbevölkerung wohnen. Damit ergibt sich das Bild eines Landes, welches geprägt ist von endlosen Steppen und der Wüste Gobi. Mit atembraubenden Landschaften zwischen schroffen Felsen und alpinen Wäldern. Nationalparks und reiches Tierleben werden Ihnen ebenso wie Sonnenuntergänge und Sternennächte unvergessliche Impressionen bieten. Aber auch geschichtsträchtige Sehenswürdigkeiten gibt es zu bestaunen. Und die Menschen gelten als überaus gstfreundlich, was sich bei verschiedenen Gelegenheiten positiv bemerkbar macht, speziell aber bei den Aufenthalten in den sogenannten Jurtancamps, die paralell zu Hotelunterkünften als Quartiere benutzt werden.



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Reiseziel Mongolei


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Was sie in der Mongolei unbedingt beachten sollten:

Begrüßung und Umgangsformen

Männer begrüßen sich mit einem Handschlag und einem Lächeln, auch ein Kopfnicken ist durchaus üblich. Bei Frauen ist eine verbale Begrüßung üblicher als ein Handschlag. Treffen unterschiedliche Geschlechter zusammen und besteht zusätzlich ein größerer Altersunterschied, fällt die Begrüßung mit einem Lächeln und „Hallo“ eher distanziert aus.

Die Mongolei ist ein buddhistisches Land und so gilt auch hier eine ausgeprägte Hierarchie zwischen Kopf und Füssen. Der Kopf gilt im Buddhistischen Glauben als Sitz der Seele und daher als heilig. Berühren sie daher keinesfalls den Kopf eines Menschen. Die Füße haben eine entsprechend untergeordnete Bedeutung. Wenn sie dieses Grundprinzip verstehen, haben sie die beste Chance, die schlimmsten Peinlichkeiten zu vermeiden. Strecken sie ihre Füße nie gegen andere Personen oder bedeutende Gegenstände wie den Herd oder den Altar, hat man versehentlich jemanden mit den Fuß berührt, ergreift man zum Ausgleich umgehend auch dessen Hand. Ein Hut ist übrigens ein sehr persönlicher Gegenstand, und wird nie an andere Personen ausgeliehen. Aus diesem Grund sollten sie fremde Hüte mit Respekt und Vorsicht behandeln.

Wie in vielen anderen Kulturen wird auch in der Mongolei die rechte Hand bevorzugt und für höherwertige Tätigkeiten benutzt. Überreicht man einer anderen Person einen Gegenstand, tut man das mit der rechten Hand. Die linke Hand stützt dabei den rechten Ellenbogen zumindest symbolisch. Diese Geste gründet sich auf die Tradition zu zeigen, das auch die linke Hand ohne Waffe ist. Der Empfänger erwidert die Geste in der gleichen Form. Geschenke überreicht man immer mit beiden Händen. Wenn sie ein Geschenk erhalten, so ist es grundsätzlich Sitte, es zu erwidern. Gegenstände werden immer mit der nach oben offenen Hand gehalten. Beispielsweise steht eine Tasse Tee auf der Hand und wird nicht mit den Fingern am oberen Rand umklammert. Es gilt als sehr unhöflich, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. Dafür nutzen sie besser die ganze Hand. Der ausgestreckte kleine Finger wird als negatives Signal gewertet. Das Zeigen von Zärtlichkeiten unter Liebespaaren in der Öffentlichkeit ist nicht üblich und wird nicht gerne gesehen.

Als Gast in einer Jurte

Vor dem Betreten einer Jurte ist es nicht üblich zu klopfen. Stattdessen erschallt der Ruf "Nochoi chor!". Wörtlich übersetzt bedeutet das: "Haltet die Hunde fest!" und entspricht der Bitte, die Jurte betreten zu dürfen. Bleiben sie beim Eintreten niemals auf der Schwelle stehen, dies ist kein gutes Omen! Setzen sie sich nicht mit dem Rücken zum Hausaltar und achten sie darauf, ihre schmutzigen Fußsohlen niemanden entgegenzustrecken. Älteren Menschen erweist man Respekt, indem man aufsteht, wenn diese die Jurte betreten. Das Feuer ist heilig und wird nie gelöscht. Wird es nicht mehr gebraucht, so lässt man es von alleine ausgehen. Abfälle ins Feuer zu werfen ist ebenfalls tabu. Beim Schlafen in einer Jurte müssen sie darauf achten, dass ihre Füße nie in Richtung des Hausaltars (im hinteren Bereich der Jurte) zeigen, sondern immer zur Tür. Die beiden Mittelpfosten einer Jurte besitzen symbolische Bedeutung. Sie sind die Stütze des Hauses, so wie Mann und Frau die Stütze der Familie sind. Aus diesem Grund geht man nie dazwischen hindurch, sondern immer im Uhrzeigersinn außen herum. Die Mittelpfosten sind so heilig, dass sie von einer Berührung absehen sollten. Werden Leckereien gereicht, sollten sie zumindest ein wenig davon probieren. Eine ablehnende Antwort gilt, wie auch in vielen anderen Situationen, als sehr unhöflich. Artikulieren sie ihre Wünsche lieber indirekt und in positiver Form. Häufig macht beim Empfang von Gästen ein Schälchen mit Schnaps die Runde. Trinken müssen sie davon nicht, sollten es aber zumindest symbolisch zum Mund führen. Wird Wodka angeboten, taucht man zuerst den Ringfinger hinein, verspritzt einige Tropfen zum Himmel, "In den Wind" (zur Seite), und zum Boden. Wenn sie nicht trinken wollen, führen sie das Ritual trotzdem durch, berühren dann mit dem gleichen Finger ihre Stirn, und stellen das Glas zurück auf den Tisch.

Gespräche

Kommen sie als Reisender mit Einheimischen ins Gespräch, so sollten sie wissen, dass sich die Gespräche immer zuerst um naheliegende Themen bewegen, wie die Reise des Gastes, den Zustand der Tiere, der Weiden und des Wetters. Erst im weiteren Verlauf wendet man sich persönlicheren Themen zu. Vermeiden sie es, unangenehme Dinge (Krankheit, Tod, Unfälle etc.) zur Sprache zu bringen. Das gilt für Mongolen als schlechtes Omen. Sitzen sie in einem Auto oder Flugzeug sollten sie unter keinen Umständen Scherze über mögliche Gebrechen machen. Denn wer etwas potentiell gefährliches tut, der hat die Gefahr akzeptiert, und es besteht kein Bedarf für entsprechende Kommentare, auch nicht im Scherz. Unterlassen sie bitte unbedingt komische Bemerkungen zu Dschingis Khan oder Hinweise über das tolle Essen in China, ganz zu schweigen von einer Vorliebe für dieses Land. Zu diesen beiden Themen verstehen die Mongolen keinen Spaß.